Schweiz/Umwelt: Über 200 Tonnen Mikroplastik pro Jahr auf Schweizer Boden

Veröffentlicht am 10/09/2026 | La rédaction

Schweiz

Einer Studie zufolge gelangen in der Schweiz jährlich 219 Tonnen Mikroplastik in den Boden und in die Gewässer. PET ist der von den Forschern am häufigsten identifizierte Stoff.

Laut einer Studie der Empa, der Eawag und von Agroscope gelangen jährlich 219 Tonnen Mikroplastik über die Luft in die Böden und Gewässer der Schweiz. Etwa 40 Prozent dieser Partikel gelangen auf landwirtschaftliche Flächen, in Seen und Flüsse.

Zum ersten Mal hat ein Forscherteam dieses Phänomen systematisch erfasst, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Donnerstag mitteilte. Mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) haben sie ein Jahr lang an fünf Standorten Proben entnommen: in Zürich, Dübendorf, Magadino, Payerne und auf dem Chaumont.

PET und Verpackungen an der Spitze

Durch Hochrechnung ihrer Messungen auf das gesamte Schweizer Gebiet unterhalb von 2'000 m Höhe haben die Wissenschaftler berechnet, dass sich die Menge an Mikroplastik, die sich im Land ablagert, auf 219 Tonnen beläuft. Davon gelangen 78 Tonnen direkt auf landwirtschaftliche Flächen und etwa zehn Tonnen in Seen und Flüsse.

In rein städtischer Umgebung, in Zürich, maßen die Forscher 881 Mikroplastikpartikel pro Quadratmeter und Tag. An den vier anderen Standorten lag die Menge zwischen 249 und 331 Partikel darunter.

Unter den gesammelten Mikroplastikpartikeln waren die am häufigsten identifizierten Kunststoffe Polyethylenterephthalat (PET) mit 31 %, Polyethylen (PE: 26 %) und Polypropylen (PP: 21 %).

PET wird bekanntermaßen für Getränkeflaschen verwendet, kommt aber auch in Polyesterfasern von Textilien vor. PE und PP werden vor allem für Verpackungen, Kunststofffolien, Behälter und Alltagsprodukte verwendet.

Unklare gesundheitliche Auswirkungen

Im Vergleich zur Gesamtheit der Luftpartikel – darunter Wüstenstaub, Ruß, Verbrennungsrückstände oder biologische Partikel – machen Mikroplastikpartikel jedoch nur einen sehr geringen Anteil aus: zwischen 0,02 und 0,12 %. Durch ihre ständige Ablagerung auf großen Flächen sammeln sich dennoch beträchtliche Mengen an, die sich nicht oder nur sehr langsam zersetzen. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Umwelt und Gesundheit sind noch nicht eindeutig geklärt.

„Doch gemäss dem Vorsorgeprinzip sollten wir Abfall vermeiden, Kunststoffe nur dort einsetzen, wo sie notwendig sind, und die Stoffkreisläufe so weit wie möglich schliessen“, meint Christoph Hüglin, Forscher an der Empa und Leiter der Studie, der in der Pressemitteilung zitiert wird.

Quelle: www.lenouvelliste.ch/


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn ...

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Ihr Kommentar wird nach der Validierung veröffentlicht.