Frankreich/ Zwischen dem Jura und dem Himalaya starten sie eine einzigartige Partnerschaft: Was verbirgt sich hinter diesem verrückten Projekt namens „Vilthouki“?

Veröffentlicht am 25/08/2026 | La rédaction

Frankreich

Kinder aus Villette-lès-Dole und Thukima (Nepal) durch einen vierjährigen sprachlichen und zwischenmenschlichen Austausch miteinander zu verbinden: Das ist das kühne Vorhaben einer für 2030 geplanten Reise.

Die Idee entstand aus der Begegnung und der tiefen Freundschaft zwischen Pascal Mergey und Sangé Sherpa. Fernab vom Massentourismus zielt das Projekt „Vilthouki“ – eine Wortschöpfung aus Villette-lès-Dole im Jura und Thukima in Nepal – darauf ab, eine einzigartige Partnerschaft zwischen Vereinen zu schaffen. Ab Schulbeginn werden die jungen Schüler aus Villette in der 5. Klasse und der 6. Klasse einmal im Monat per Videokonferenz auf Englisch mit den Schulkindern aus Thukima kommunizieren, einem abgelegenen nepalesischen Dorf auf 2.000 m Höhe, das 30 Stunden von der Hauptstadt Kathmandu entfernt liegt.

Sangé Sherpa, der enge Verbindungen zur Franche-Comté unterhält und je nach seinen Touren in Europa lebt, ist die lokale Stütze dieses Abenteuers. Sein Verein „Kanchenjunga“ hat dort bereits drei Schulen und eine Krankenstation errichtet.

„Wir setzen auf den menschlichen Aspekt, nicht auf Selektion“, betont Pascal Mergey, bevor er das Projekt vorstellt. „Wir wollten eine Idee finden, einen Weg, um nach Nepal zurückzukehren und den Einheimischen zu helfen, dabei aber den menschlichen Aspekt in den Mittelpunkt des Projekts zu stellen, damit es wirklich etwas bewirkt. “ Über das Erlernen der englischen Sprache hinaus, das heute unverzichtbar ist, bietet dieser Austausch eine tiefgreifende Öffnung zur Welt und zu einer Kultur, die sich radikal von unserer westlichen Gesellschaft unterscheidet.

Vier Jahre, um zu wachsen und das Abenteuer zu verinnerlichen

Dieses langfristige Projekt erstreckt sich über vier Jahre. Während dieser Zeit werden sich die Kinder und ihre Eltern bei Veranstaltungen und Flohmärkten engagieren, um Spenden zu sammeln. Das Ziel ist, dass die für Anfang Juli 2030 geplante Reise die Familien keinen Euro kostet, damit niemand ausgeschlossen wird.

Doch das eigentliche Ziel von Pascal Mergey ist es, sich nach und nach zurückzuziehen. „Ich möchte, dass jedes Kind ‚ich‘ oder ‚wir‘ sagt, aber nicht ‚Pascal hat das getan oder wird es tun‘. Ich muss im Hintergrund treten, damit die Kinder das Projekt zu ihrem eigenen machen.“ Langfristig werden die Jugendlichen sogar die Leitung des Vereins übernehmen. Vor Ort wird das gesammelte Geld dazu verwendet, Schulmaterial direkt in lokalen Geschäften zu kaufen, um die nepalesische Wirtschaft zu unterstützen.

Präzise Logistik und unvergessliche Erinnerungen

Um dieses Abenteuer mit einem Flug von mehr als 14 Stunden und einem Zwischenstopp in Doha (Katar) oder Neu-Delhi (Indien) sicher zu gestalten, wandte sich Pascal an einen langjährigen Freund, Olivier Jacquot, den Geschäftsführer der Reiseagentur Mana Voyages. Das Reisebüro wird unverzichtbare ehrenamtliche logistische Unterstützung leisten, um Versicherungen, Flüge und gesundheitliche Auflagen zu regeln. „Unsere Aufgabe ist es auch, den Kindern den bestmöglichen Komfort zu gewährleisten, nicht nur an Bord des Flugzeugs, sondern auch hinsichtlich der Gesamtdauer und der Anreise.“

Er betont, dass der Zustand der Straßen in Nepal „katastrophal“ sei. Während Sangé Sherpa sich vor Ort um die Unterbringung und Verpflegung kümmert, greift die Agentur im Vorfeld ein, um die Reise sicher zu gestalten. Er wird bei den Treffen anwesend sein, um die Familien zu beruhigen.

„Dieses Projekt wird Reisende hervorbringen, ja, zukünftige Erwachsene, die andere Kulturen entdecken wollen“, erklärt Olivier Jacquot. Für ihn wird diese Erfahrung die Kinder nachhaltig prägen: „Für die Kinder, sowohl die französischen als auch die nepalesischen, wird diese Erfahrung ein Leben lang in Erinnerung bleiben.“ Diese Brücke der Solidarität verspricht, den Blick dieser zukünftigen Weltbürger nachhaltig zu verändern.

Quelle: actu.fr


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn ...

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Ihr Kommentar wird nach der Validierung veröffentlicht.