Schweiz/ „So Suisse!“: Wie Minigolf zu einem „echten Nationalsport“ der Schweiz wurde

Veröffentlicht am 24/07/2026 | La rédaction

Schweiz

Die Schweiz ist die Wiege des Minigolfs: Hier wurden die Regeln festgelegt, und ein Landschaftsarchitekt aus dem Tessin spielte eine entscheidende Rolle bei der Standardisierung dieses Sports. Heute zählt der Verband Swiss Minigolf 43 Vereine. Ein Bericht.

Auf dem Minigolfplatz an der Via Circonvallazione in Ascona im Kanton Tessin – der Region, in der wir unsere Ferien verbrachten – warfen wir manchmal unsere Schläger auf eines der 18 Hindernisse, frustriert darüber, dass der Ball nicht unseren Anweisungen folgte.

Selbst wenn wir damals gewusst hätten, dass unsere Wutausbrüche an einem Ort von historischer Bedeutung stattfanden, wären wir wahrscheinlich nicht ruhiger von Loch zu Loch gegangen.

Einfaches Prinzip

Verschiedenen Quellen zufolge entstanden auf diesem Gelände die weltweit ersten standardisierten Minigolfbahnen. Am 19. März 1954 weihte der Tessiner und Genfer Landschaftsarchitekt Paul Bongni diesen Platz mit Bahnen und Hindernissen ein, die er selbst entworfen und patentiert hatte.

Die Bahnen von Paul Bongni waren wetterfest und verschmutzten weder Schuhe noch Kleidung – im Gegensatz zu den früheren Rasenbahnen.

Fotos aus jener Zeit zeigen, dass damals in Rock und Bluse oder im Anzug mit Krawatte gespielt wurde. Die Bahnen von Paul Bongni waren wetterfest und verschmutzten weder Schuhe noch Kleidung – im Gegensatz zu den früheren Rasenbahnen, die Spieler und Spielerinnen bei schlechtem Wetter abschreckten.

Das Prinzip des Minigolfs ist einfach: Mit einem Schläger muss man einen Ball mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch am Ende der Bahn schlagen. Der Durchmesser des Balls liegt in der Regel zwischen 3,7 und 4,3 Zentimetern.

Für alle zugänglich

Paul Bongni legte Wert darauf, dass erfahrene Spieler den Ball auf jeder Bahn mit einem einzigen Schlag ins Loch schlagen können. Ein Schlag entspricht einem Punkt. Je weniger Punkte man insgesamt erzielt, desto besser ist das Ergebnis.

Ist der Ball nach sechs Versuchen noch nicht im Loch, erhält man sieben Punkte und wechselt zur nächsten Bahn. Oft wartet dahinter bereits eine andere Familie, die es kaum erwarten kann, selbst zu spielen.

Minigolf ist das Familienspiel im Freien schlechthin: Es ist für alle zugänglich, der Wettkampf ist echt, aber spielerisch. Außerdem lässt es sich oft gut mit einem Ausflug mit Eis, Pommes und anderen Leckereien verbinden.

Dank seiner klaren und einfachen Regeln verbreitete sich das System von Paul Bongni rasch im ganzen Land: Bereits Ende 1954 gab es 18 Anlagen nach seinem Standard, was der Schweiz den Titel „Wiege des Minigolfs“ einbrachte.

Internationale Wettbewerbe

Paul Bongni hatte die kluge Idee, seine Erfindung unter dem Namen „Minigolf“ patentieren zu lassen, was deren weltweite Verbreitung erleichterte.

Die 17 Betonbahnen sind jeweils 12 Meter lang und 1,25 Meter breit und werden durch Eisenstangen begrenzt. Hinzu kommt ein Weitschlag auf einer 25 Meter langen Rasenfläche mit einem Betonkreis am Ende.

Quelle: www.lenouvelliste.ch/


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