Kanada/ein neuer Plan zur Unterbringung von obdachlosen Familien in Ottawa
Die Stadt Ottawa hat eine Strategie entwickelt, um das anhaltende Problem der obdachlosen Familien anzugehen, eine Situation, die im letzten Jahr dazu geführt hat, dass Hunderte von ihnen monatelang in Motels schlafen mussten.
Im März wurden nach Angaben der Stadtverwaltung 664 Familien - darunter mehr als 1200 Kinder - durch das System betreut.
Dies entspricht einem Anstieg von 76 % seit 2023.
Laut einem Dokument, das nächste Woche dem Ausschuss für Gemeinschaftsdienste vorgelegt wird, beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in diesen temporären Unterkünften derzeit etwa 11 Monate.
Das bedeutet, dass die Stadt allein im Jahr 2025 fast 30 Millionen US-Dollar für die Unterbringung in Hotels und Motels ausgegeben hat. Für eine vierköpfige Familie, die in einem einzigen Zimmer lebt, gab Ottawa im Durchschnitt etwa 5.800 $ pro Monat aus.
Der Plan wird weniger reaktiv sein.
Ziel ist es, die Strategie im Rahmen der derzeitigen Haushaltsbeschränkungen umzusetzen, ohne dafür zusätzliches Geld auszugeben.
Die Beamten wollen Programmen Vorrang einräumen, die finanzielle Nothilfe und kurzfristige Überbrückungsfinanzierung bereitstellen, um Familien dabei zu helfen, ihre Miete zu bezahlen und eine Zwangsräumung zu verhindern, heißt es in dem Bericht.
Im Jahr 2025 erhielten mehr als 3.100 Haushalte, sowohl Einzelpersonen als auch Familien, diese Art von Hilfe.
Die Stadt möchte Familien auch schneller als bisher in feste Wohnungen umziehen, heißt es in dem betreffenden Bericht. Sie plant, sich von Motels zu entfernen und indem sie ihren Bestand an dauerhaften Übergangsunterkünften ausbaut.
An neuen und umgestalteten Standorten - insbesondere in den Einrichtungen am Corkstown Way und an der O'Connor Street - sollen über 300 Wohnungen entstehen, die mit Dienstleistungen vor Ort wie Kinderbetreuungsprogrammen, Gesundheitsdiensten und Beschäftigungshilfen einhergehen.
Auch die Stadt Ottawa möchte ihr Wohnungsangebot erweitern. Bis 2025 zogen 277 Familien in dauerhafte Wohnungen, die meisten davon mithilfe von finanzieller Unterstützung.
Dem Bericht zufolge ist das Angebot jedoch nach wie vor begrenzt, und die Stadt ist der Ansicht, dass mehr erschwingliche Wohnungen benötigt werden, um die Nachfrage zu decken.
Weniger Familien kommen aus der Obdachlosigkeit heraus.
Dem Bericht zufolge ist die Zahl der Haushalte, die 2025 erfolgreich aus der Obdachlosigkeit entlassen wurden, im Vergleich zum Vorjahr um 41 % gesunken.
Laut der 2024 in Ottawa durchgeführten Ad-hoc-Zählung - einer Erhebungsart, die dazu dient, die Anzahl der Personen zu schätzen, die während einer einzigen Nacht obdachlos wurden - war der häufigste Grund für Familienroaming ein niedriges Einkommen. An zweiter Stelle folgten hohe Mietkosten, fehlende Einkommensunterstützung und ein allgemeiner Mangel an Unterstützung.
Darüber hinaus wurde in den letzten zwei Jahren das Angebot an Wohnhilfeprogrammen, wie z. B. die Canada-Ontario Housing Benefit, erheblich eingeschränkt.
Der Bericht schätzt, dass die Wartezeit auf eine Sozialwohnung in Ottawa zwischen fünf und acht Jahren liegt. Er weist auch auf das Fehlen von Initiativen für den Übergang zu erschwinglichem Wohnraum hin.
Während die Stadt rund 40 Millionen US-Dollar für fast 1.000 erschwingliche Wohnungen im Jahr 2025 ausgegeben hat, stellt der Bericht fest, dass die meisten Familien, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, nicht auf der Warteliste stehen.
Stattdessen stehen sie auf der Liste für Sozialwohnungen, was etwas anderes ist.
Quelle: ici.radio-canada.ca/


