Schweiz/Umwelt: Bienenorganisationen wollen den Schutz von Bestäubern in der Verfassung verankern
Organisationen lancieren eine Initiative, um den Schutz von Bienen und Bestäubern in der Verfassung zu verankern. Sie halten die derzeitigen Maßnahmen angesichts ihres alarmierenden Rückgangs für unzureichend.
Bienen- und Umweltorganisationen wollen den Schutz von Bienen und anderen bestäubenden Insekten in der Verfassung verankern. Sie halten die derzeitigen Maßnahmen angesichts des Rückgangs dieser wichtigen Arten für unzureichend.
BienenSchweiz, die Société Romande d'Apiculture, die Federazione Ticinese di Apicoltura, die Stiftung Future 3.0 und die Naturfreunde Schweiz kündigen in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung die Lancierung einer Volksinitiative an. Die Unterschriftensammlung soll am 20. Mai, dem Weltbienentag, beginnen. Der Text, der derzeit von der Bundeskanzlei geprüft wird, zielt darauf ab, ein Ziel zur Sicherung der Bestäubung in der Verfassung zu verankern.
Laut den Initianten ist fast die Hälfte der rund 600 in der Schweiz erfassten Wildbienenarten bedroht und 59 sind bereits ausgestorben. Die Biomasse der Insekten sei in den letzten drei Jahrzehnten um mehr als drei Viertel zurückgegangen. Dabei sind rund 84% der landwirtschaftlichen Kulturen in Europa auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. In der Schweiz wird der wirtschaftliche Wert dieses Beitrags auf bis zu 479 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.
Die Initiative sieht keine konkreten Vorschriften vor, sondern beauftragt Bund und Kantone, für die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen zu sorgen und die Vielfalt der Bestäuber zu fördern. Die Organisationen sind der Ansicht, dass die Massnahmen des Bundes trotz mehrerer parlamentarischer Vorstösse in den letzten Jahren nach wie vor ungenügend sind. Sie wollen eine breite Allianz bilden und verzichten auf den Einsatz von kommerziellen Unterschriftensammlern.
Quelle: www.lenouvelliste.ch/


