Schweiz / Wandern, Radfahren, Joggen: Die Schweizer treiben gerne Sport in der Natur und an der frischen Luft

Veröffentlicht am 21/08/2026 | La rédaction

Schweiz

Die Schweizer gehören zu den sportlichsten Menschen in Europa. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie ist mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung körperlich sehr aktiv. Outdoor-Sportarten erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wandern, Radfahren, Schwimmen, Skifahren, Joggen: Die Schweizer Bevölkerung treibt viel Sport, vorzugsweise an der frischen Luft. Mehr als die Hälfte ist laut einer Studie des Bundesamtes für Sport (BASPO) sehr aktiv. Allerdings wird die körperliche Aktivität durch sozioökonomische Faktoren beeinflusst: Menschen mit geringem Einkommen treiben weniger Sport.

Die beliebtesten Sportarten der Schweizer sind nach wie vor Wandern (von 49 % der Bevölkerung ausgeübt), Radfahren (34 %), Schwimmen (25 %), Skifahren (23 %) und Joggen (23 %). Sie haben jedoch in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren, zugunsten von Krafttraining (20 %) und Yoga (16 %), wie aus der am Dienstag veröffentlichten Studie „Sport Schweiz 2026“ hervorgeht, die eine Bilanz der letzten sechs Jahre zieht.

Zum ersten Mal verzeichnen Fitnesscenter mehr Mitglieder als Sportvereine: 22 % der Personen ab 15 Jahren besitzen eine Fitness-Mitgliedschaft, während 19 % in einem Sportverein aktiv sind.

An einer Pressekonferenz erklärte die Direktorin des BASPO, Sandra Felix, diesen Trend mit der Individualisierung der Gesellschaft und der Flexibilität, die Fitnesscenter bieten. „Die Menschen wollen Sport treiben, wann sie wollen.“

Sport ist teuer

Während der Trend jahrelang nach oben zeigte, stellt die Studie eine Stagnation der sportlichen Aktivität auf hohem Niveau fest. Sowohl der Anteil der sehr aktiven Personen (52 %) als auch der der inaktiven Personen (17 %) hat sich zwischen 2020 und 2026 kaum verändert.

Es lässt sich nicht sagen, ob der in den letzten Jahrzehnten beobachtete Sportboom tatsächlich zu Ende geht oder ob er lediglich eine Pause einlegt, bevor er wieder anzieht. Sportminister Martin Pfister weigerte sich, von einer «Krise» zu sprechen. Doch die Zahlen zeigen, dass Fortschritte nicht selbstverständlich sind. Die Sportförderung muss weiter ausgebaut werden.

Die Studie stellt zudem fest, dass die sportbezogenen Ausgaben auf einem hohen Niveau bleiben und zwischen 2020 und 2026 nicht gestiegen sind. Im Durchschnitt belaufen sie sich auf 2’100 Franken pro Person und Jahr. Der Mangel an finanziellen Mitteln ist übrigens einer der Hauptgründe für die mangelnde sportliche Aktivität.

„Wer weniger verdient, kann sich kein Fitnessabo oder Skiausrüstung leisten“, erklärte Herr Pfister. Im weiteren Sinne hob er den Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die sportliche Aktivität hervor, wie beispielsweise Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft.

Möglichst viele Menschen einbeziehen

In der Strategie zur Förderung von Sport und körperlicher Aktivität 2040 ist vorgesehen, möglichst vielen Menschen den Zugang zum Sport zu ermöglichen, auch benachteiligten Personen oder Menschen mit Behinderung, fuhr der Bundesrat fort. Auch die Förderung bei Kindern und Jugendlichen soll verstärkt werden.

Der Bundesrat soll diese Strategie Anfang 2027 vorlegen. Die Kantone und Gemeinden spielen dabei eine wichtige Rolle, ergänzte Frau Felix. Sie verwies dabei auf den Vorschlag, in bestimmten Gemeinden kostenlose Sportangebote bereitzustellen.

Die Studie ermögliche es der Politik, sich anzupassen, indem sie feststelle, wo der Bedarf liege und welche aktuellen Entwicklungen es gebe, erklärte Herr Pfister weiter. Er wies zudem darauf hin, dass Sport heute in sehr vielfältigen Formen existiere. Zwar trainieren immer mehr Menschen in Fitnesscentern, doch für zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung bleibt die Natur der bevorzugte Ort für sportliche Aktivitäten.

Der Kontakt zur Natur, aber auch Gesundheit, körperliche Fitness und die Freude an der Bewegung sind die Hauptmotive für sportliche Aktivitäten. Wettkämpfe und das Streben nach Leistung stehen mittlerweile nicht mehr im Vordergrund. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist die Schweiz neben den skandinavischen Ländern nach wie vor äusserst sportbegeistert. Sport genießt hier ein sehr positives Image und eine hohe Akzeptanz.

Auswirkungen von Covid-19

Die Studie stellt zudem Unterschiede zwischen den Sprachregionen fest. In der Westschweiz und in der Deutschschweiz bleibt die sportliche Betätigung mehr oder weniger auf dem Niveau von 2020. Im Tessin hingegen ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Dies könnte eine Spätfolge der Covid-19-Pandemie sein, da in diesem Kanton strengere Einschränkungen für sportliche Aktivitäten galten als im Rest der Schweiz.

Das Coronavirus hat zudem zu einer Zunahme der körperlichen Aktivität zu Hause geführt. In den letzten sechs Jahren war das eigene Zuhause der einzige Ort, an dem Sport getrieben wurde und dessen Bedeutung zugenommen hat.

Rund 15’000 Personen nahmen an der repräsentativen Studie teil, die von Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung im Auftrag des BASPO durchgeführt wurde. Die Studie «Sport Schweiz» analysiert alle sechs Jahre die sportliche Aktivität und den Sportkonsum der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung ab 15 Jahren.

Quelle: Suisse.ch


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