Frankreich/ „Diese Botschaft des Universalismus verbreiten“: Nach Tunesien im Jahr 2025 beschließt Montereau eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der Türkei
Montereau setzt seine internationale Ausrichtung fort. Nach Souassi in Tunesien im Jahr 2025 hat die Stadt nun eine neue Städtepartnerschaft mit Yalova in der Türkei beschlossen – ihre insgesamt siebte.
Am 29. September 2025 besiegelte die Stadt Montereau ihre erste Städtepartnerschaft seit 20 Jahren – die sechste insgesamt – mit der Gemeinde Souassi in Tunesien. Diese Annäherung knüpfte an die bereits bestehenden Verbindungen zwischen den beiden Gebieten an, da zahlreiche Familien aus Montereau aus dieser Region stammen. Weniger als ein Jahr später wendet sich die Stadt am Confluent nun einem anderen Land zu. Tatsächlich beschloss die Stadtverwaltung Ende Juni anlässlich der letzten Stadtratssitzung vor den Sommerferien eine neue Städtepartnerschaft, die siebte also. Diesmal mit der Stadt Yalova in der Türkei.
„Ziemlich viele Gemeinsamkeiten“
„Die Gemeinde Yalova hat ihren Beschluss im Frühjahr gefasst, wir kurz vor dem Sommer. Derzeit befinden wir uns in der Informationsphase bei den Außenministerien, damit die Initiative beider Gemeinden von den beiden Ländern berücksichtigt wird“, erklärt der Bürgermeister von Montereau, James Chéron.
Auch wenn Ihnen der Name dieser Stadt mit 120.000 Einwohnern am Marmarameer vielleicht nichts sagt, ist er vielen Einwohnern von Montereau doch gut bekannt. Diese Städtepartnerschaft wurde nämlich nicht zufällig gewählt, da mehrere in der Gemeinde ansässige Familien aus dieser türkischen Region stammen.
„Neben diesen bereits bestehenden menschlichen Verbindungen haben wir uns für Yalova entschieden, weil es eine gut erreichbare Stadt in der Nähe von Istanbul ist. Außerdem ist die Gemeinde für ihre wirtschaftliche, industrielle und kurmedizinische Aktivität bekannt. Schließlich engagiert sich die Stadt auch für Projekte der Stadtentwicklung und Innovation, sodass wir zahlreiche Gemeinsamkeiten haben“, erläutert der Bürgermeister.
„Industrieregion“
Im Mittelpunkt dieser Städtepartnerschaft stehen der Wunsch nach fachlichem Austausch in den Bereichen Wasser-, Energie- und Abfallwirtschaft sowie der Wunsch nach Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Sport und Bildung. Schließlich wird auch im wirtschaftlichen Bereich zusammengearbeitet: „Uns verbindet, dass wir beide Industrieregionen sind“ , betont James Chéron.
Was den Zeitplan betrifft, befinden wir uns derzeit noch in einer institutionellen und administrativen Phase. Anschließend folgt die offizielle Unterzeichnung desKooperationsabkommens zwischen den beiden Gemeinden, bevor die ersten Austauschmaßnahmen stattfinden, an denen wahrscheinlich Vereine oder Jugendliche der Stadt beteiligt sein werden.
Zwar gestalten sich diese Austauschmaßnahmen mit Souassi noch schwierig, da Tunesien derzeit eine Übergangsphase ohne Stadtverwaltung durchläuft, doch sind sie mit anderen Partnerstädten, wie beispielsweise Safi in Marokko, bereits gut etabliert.
„Wir haben gemeinsam ein Projekt rund um die Töpferei eingereicht, da unsere beiden Städte dieses gemeinsame Kulturerbe teilen, um Maßnahmen in diesem Bereich zu entwickeln. Wir wurden vom französischen Außenministerium und vom marokkanischen Innenministerium ausgewählt und werden daher in den kommenden Jahren konkrete Austauschprojekte aufbauen können. Der Töpfer aus Safi wird nach Montereau kommen, um unsere Art der T öpfer- und Steingutherstellung kennenzulernen, und umgekehrt“, betont der Bürgermeister von Montereau.
„Diese Botschaft des Universalismus weitervermitteln“
Auch wenn diese Städtepartnerschaften in den Augen einiger Einwohner nebensächlich erscheinen mögen, sind sie in Wirklichkeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung, versichert der Bürgermeister.
„Da ist natürlich die symbolische Kraft. Aber um das Prinzip der Städtepartnerschaften zu verstehen, muss man auch zu ihrem Ursprung zurückkehren: in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wollten die Völker ihren Regierungen die Botschaft vermitteln, dass sie den Weg des Friedens beschreiten wollten“, erinnert er. „Auch heute noch gibt es Rivalitäten in neuer Form, und es ist wichtig, diese Botschaft des Universalismus weiter zu tragen. Je besser sich die Völker kennen, desto schwieriger ist es, sie zum Krieg zu bewegen“, schließt James Chéron.
Schließlich sei angemerkt, dass bereits seit mehreren Jahrzehnten eine Städtepartnerschaft mit einer anderen türkischen Stadt, Aydin, besteht. Da die derzeitige Stadtverwaltung leider kein Interesse an der Städtepartnerschaft hat, hat sich Montereau dafür entschieden, eine Partnerschaft mit Yalova einzugehen, sich dabei jedoch die Möglichkeit offen zu halten, die Verbindung zu Aydin eines Tages wieder aufzunehmen, falls ein Wechsel in der Stadtverwaltung dieser früheren Städtepartnerschaft neuen Schwung verleihen sollte.
Quelle: actu.fr/ile-de-france/


