China/Teilnahme französischsprachiger Vertreter an der Sommerschule in Wuhan zum Thema digitalisiertes Kulturerbe
Vom 1. bis 6. Juli 2026 veranstaltete die Universität Wuhan eine internationale Sommerschule zum Thema „Digitale Erhaltung des Kulturerbes“, an der 31 Teilnehmer teilnahmen, darunter drei Lehrkräfte und fünf vietnamesische Studierende von AUF-Mitgliedsuniversitäten, die im Rahmen einer von der Universität Wuhan unterstützten Ausschreibung für französischsprachige Bewerber ausgewählt worden waren.
Die Veranstaltung mit dem Titel „Systematische Erhaltung und interaktive Vermittlung des Kulturerbes unter Einsatz digitaler Intelligenz“ wurde gemeinsam vom Labor für intelligente Datenverarbeitung im Kulturerbe, der Fakultät für Geschichte, dem Institut für Archäologie der Jangtse-Zivilisation und dem Nationalen Schlüssel-Labor für Informationstechnik in Kartografie und Fernerkundung, die alle der Universität Wuhan angegliedert sind.
Einunddreißig Praktikanten aus den Vereinigten Staaten, Thailand, Vietnam, Kambodscha und Myanmar nahmen im Rahmen einer von der AUF Asien-Pazifik ausgeschriebenen frankophonen Ausschreibung daran teil, wobei die Universität Wuhan die Aufnahme dieser Teilnehmer gezielt unterstützte. Das Programm gliederte sich in drei Bereiche: theoretische Vorlesungen, praktische Workshops und Exkursionen vor Ort, die sich mit der Digitalisierung von Kulturgütern, der Aufwertung des Kulturerbes, den Leitlinien der UNESCO zur Entwicklung sowie der kulturellen Visualisierung befassten.
Ein frankophoner Schwerpunkt im Mittelpunkt der Sommerschule
Unter den Teilnehmern nahmen drei vietnamesische Lehrkräfte und fünf Studierende von AUF-Mitgliedsuniversitäten aktiv an den Aktivitäten und dem Austausch teil. Nguyễn Đoàn Linh Châu von der Universität für Außenhandel in Vietnam lobte den Besuch des Labors für intelligente Datenverarbeitung im Bereich des Kulturerbes an der Universität Wuhan und bezeichnete ihn als prägendes Erlebnis: Dort lernte sie mehrere Forschungsprojekte kennen und konnte konkret beobachten, wie fortschrittliche Technologien zur Lösung praktischer Probleme eingesetzt werden – ein Besuch, der ihr Interesse an Forschung und Innovation weiter beflügelte.
Bei der Besichtigung der archäologischen Stätte Panlongcheng hob Dr. Lê Duy Thanh, Dozent am Fachbereich für Geschichte und Denkmalpflege der Architekturuniversität Hanoi, die Relevanz der räumlichen Gestaltung der Ausstellungsführung vor Ort sowie die Bedeutung der digitalen Restaurierung alter Bauwerke hervor. Dr. Nguyễn Ngọc Phương Hồng, Dozentin an der Rechtsfakultät der Universität für Wirtschaft und Recht der Nationaluniversität von Vietnam in Ho-Chi-Minh-Stadt, hob ihrerseits hervor, dass die 3D-Modellierung, die erweiterte Realität und die Videotechnik, die im Museum von Panlongcheng zum Einsatz kommen, es ermöglichen, alte Zivilisationen für ein vielfältiges Publikum greifbar zu machen und dem kulturellen Erbe so eine zeitgemäße Lebendigkeit sowie eine neue pädagogische Bedeutung zu verleihen.
Anlässlich des Besuchs des Provinzmuseums von Hubei zeigte die vietnamesische Praktikantin Nguyễn Phương Anh gemeinsam mit ihren thailändischen und amerikanischen Kollegen große Begeisterung für das Bianzhong-Glockenspiel des Marquis Yi von Zeng, das seit mehr als zwei Jahrtausenden erhalten ist und noch immer melodiöse Klänge erzeugt.
Ein dreiteiliges pädagogisches Konzept
Auf theoretischer Ebene besuchten die Praktikanten Vorträge, die sich insbesondere mit der visuellen und narrativen Rekonstruktion alter chinesischer Wandmalereien, der digitalen Aufwertung der Archive der Ming- und Qing-Dynastien, der Rolle der Kultur für die nachhaltige Entwicklung gemäß der UNESCO sowie Methoden zur intelligenten Gestaltung kultureller Visualisierung befassten.
Im praktischen Teil konnten sich die Praktikanten in Methoden zum digitalen Schutz des beweglichen Kulturerbes, zur Verarbeitung von Daten aus Drohnen-Luftvermessungen und zur dreidimensionalen Modellierung schulen, wobei sie das Gelernte auf speziellen Softwareplattformen in die Praxis umsetzten.
Die Exkursionen führten die Praktikanten zum Labor für intelligentes Rechnen im Bereich des Kulturerbes an der Universität Wuhan, zur archäologischen Stätte Panlongcheng, zum Provinzmuseum von Hubei sowie zu einem lokalen Technologieunternehmen, das auf die dreidimensionale Rekonstruktion anhand von Satelliten-, Luftbild- und Laserscanning-Daten spezialisiert ist.
Die Abschlussfeier, am 6. Juli, war geprägt von der Übergabe der Abschlusszertifikate und einer Ansprache der Universität Wuhan, in der die erworbenen Kenntnisse der Praktikanten gewürdigt und diese dazu ermutigt wurden, die Erforschung der systematischen Erhaltung und der interaktiven Vermittlung des Kulturerbes unter Einsatz digitaler Intelligenz fortzusetzen.
Die AUF Asien-Pazifik möchte die hervorragende Zusammenarbeit mit der Universität Wuhan, einem assoziierten Mitglied der Agence universitaire de la Francophonie, sowie mit deren Labor für intelligente Datenverarbeitung im Bereich des Kulturerbes würdigen, das regelmäßig frankophone Initiativen im Bereich des digitalen Kulturerbes organisiert.
Quelle: www.auf.org/


