Frankreich/ Zwanzig Jahre Freundschaft zwischen Saint-Thibault und Badia Polesine: Eine Städtepartnerschaft, die lebendiger denn je ist
Vor 20 Jahren schloss Saint-Thibault-des-Vignes eine Städtepartnerschaft mit der italienischen Stadt Badia Polesine. Am 20. Mai 2026 versammelten sich ihre Bürgermeister und begrüßten die Notwendigkeit, "auf den anderen zuzugehen".
Im Kulturzentrum Marc Brinon in Saint-Thibault-des-Vignes wurde am Mittwoch, den 20. Mai 2026, das 20-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Gemeinde im Département Seine-et-Marne und ihrer italienischen "Partnergemeinde" Badia Polesine gefeiert. Die beiden Bürgermeister würdigten zwei Jahrzehnte des Austauschs, der Begegnungen und der Freundschaft.
20 Jahre des Austauschs und der Brüderlichkeit
In einer herzlichen und von Emotionen geprägten Atmosphäre feierten die beiden Delegationen den 20. Jahrestag der Partnerschaft zwischen Saint-Thibault und Badia Polesine. Um dieses Ereignis zu würdigen, war Giovanni Rossi, der Bürgermeister der italienischen Gemeinde, mit mehreren gewählten Vertretern, etwa 15 Schülern, Lehrern und einem Dolmetscher angereist.
Wir kamen mit großer Begeisterung. Um diese Erfahrung besser machen zu können, gaben wir die Partnerschaft mit einer spanischen Stadt auf, um uns ausschließlich Saint-Thibault zu widmen.
Giovanni Rossi, Bürgermeister von Badia Polesine.
In seiner Rede betonte Claude Verona, der neue Bürgermeister von Saint-Thibault, diese schöne Geschichte zwischen Angehörigen zweier Länder, die sich kennengelernt haben. "Wir feiern die Vergangenheit, aber auch die Zukunft, damit die jungen Generationen diesen Geist der Brüderlichkeit weiterleben lassen", sagte er. Er erinnerte daran, dass diese Städtepartnerschaft für ihn eine persönliche Dimension hatte: Sein Großvater war Italiener und stammte, wie der Name schon sagt, aus Verona, einer Stadt in der Nähe von Badia.
In den letzten zwanzig Jahren hat die Städtepartnerschaft zahlreiche Initiativen hervorgebracht. Schüleraustausch, Sportbegegnungen, Kulturreisen und die Aufnahme von Familien ermöglichen es mehreren Generationen von Einwohnern, dauerhafte Beziehungen zu knüpfen. "Und sogar Familienbande! ", fügte Claude Verona unter dem zustimmenden Blick von Alain Buis hinzu, der die Partnerschaft ins Leben gerufen hatte.
Eine gemeinsame Geschichte aus dem Mittelalter
Die beiden Bürgermeister erinnerten an den weit zurückliegenden Ursprung dieser französisch-italienischen Beziehung. Lange vor der offiziellen Städtepartnerschaft waren die beiden Gebiete bereits durch eine Geschichte verbunden, die bis ins Mittelalter zurückreicht und sich um die Figur des Saint-Thibault rankt. Als Wandermönch und Pilger durchquerte der Heilige Thibault Europa, um nach Italien zu gelangen, wo er angeblich Kranke pflegte und mehrere Wunder vollbrachte.
Diese gemeinsame Erinnerung stellt auch heute noch ein starkes Bindeglied zwischen den beiden Gemeinden dar, über alle Grenzen und Sprachunterschiede hinweg.
"Auf den anderen zugehen".
In einer Zeit, in der der Rückzug auf die eigene Identität immer mehr an Boden gewinnt, erinnerten sie daran, wie wichtig es ist, Brücken zwischen den Völkern zu bauen. Die beiden Abgeordneten sprachen von der Notwendigkeit, "sich zu bemühen, auf den anderen zuzugehen", sich kennen und verstehen zu lernen. Diese Botschaft wurde von den Anwesenden mit großem Applaus bedacht. Claude Verona schloss seine Rede mit dem Hinweis, dass diese Momente die europäische Identität der beiden Städte stärken würden.
Die Feierlichkeiten waren also weit mehr als nur ein protokollarischer Moment. Sie hat gezeigt, dass diese Städtepartnerschaft ein lebendiges menschliches Abenteuer bleibt, das von den Einwohnern, den Jugendlichen und den gewählten Vertretern getragen wird, mit dem Willen, diese schöne Geschichte der europäischen Freundschaft fortzusetzen.
Quelle: actu.fr/ile-de-france/


