Belgien/"Safe Party": Jugendliche werden in der Risikominderung auf Partys geschult
Jugendliche, die mit anderen Jugendlichen über die Risiken in Partymilieus sprechen - das ist das Prinzip von "Safe Party". Diesen Sommer werden sie auf mehreren Ducassen und Festivals in der Region Stände betreiben. Das Ziel: ohne Verurteilung über die Gefahren des Alkoholkonsums oder der sexuellen Beziehungen am Abend zu sprechen.
Arnold ist 16 Jahre alt und widmet zwei Tage seiner Ferien einer für ihn wichtigen Ausbildung. "Wir werden die Jugendlichen warnen müssen, die auf Partys gehen, um sich - ich nenne die Begriffe mal so - zu betrinken. Wir werden sie warnen, ja, ihr betrinkt euch, aber passt auf, was danach passiert."
Dafür nehmen sie an einer praktischen Ausbildung teil, die von Educasanté organisiert wird. Als wären sie vor Ort, testen sie die Werkzeuge, die sie diesen Sommer benutzen werden. Dazu gehört auch ein Stand, der dem Alkoholkonsum gewidmet ist. Mit einer Brille, die Trunkenheit simuliert, müssen die Jugendlichen einem auf dem Boden markierten Parcours folgen. Ziel ist es, sich der Auswirkungen von Alkohol auf die Wahrnehmung und die Reflexe bewusst zu werden. "Das ist schwierig, ich habe nichts verstanden", lacht Arnold.
Außerdem nehmen sie an einer theoretischen Schulung teil, die von mehreren Experten abgehalten wird. Auf dem Programm stehen theoretische Kurse, die z. B. mit der Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu tun haben und auch von jungen Arbeitnehmern besucht werden. "Ich bin Sozialarbeiterin und es gibt neue Instrumente", erklärt eine Teilnehmerin. "Es ist interessant, sich weiterzubilden, insbesondere zu den Risiken der HIV-Übertragung oder zu Fragen der Zustimmung. Das sind Themen, die auf den Partys sehr präsent sind".
Jugendliche, die zu Jugendlichen sprechen
Das Projekt beruht auf der Idee, dass die Botschaft unter Gleichaltrigen besser ankommt. "Wenn sich eine dreißigjährige Person an sie wendet, schalten die Jugendlichen schneller ab", betont Emmanuelle, Koordinatorin für den gemeinnützigen Verein ÉducaSanté. "Unter jungen Leuten haben sie die gleichen Witze und den gleichen Jargon, das hat mehr Gewicht."
Sobald sie ausgebildet sind, werden sie für ihre Teilnahme an den Abendveranstaltungen bezahlt. Die Ausbildung ist kostenlos, vorausgesetzt, sie halten sich an die Werte der Organisation.
Quelle: www.rtbf.be/


